Nachhaltigkeit im Studierendenwerk Heidelberg
Nachhaltigkeit ist im Studierendenwerk Heidelberg fest im Wertekodex verankert. Das Studierendenwerk Heidelberg versteht Nachhaltigkeit ganzheitlich im Rahmen der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension. Dieses Verständnis spiegelt sich in unseren Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsleitlinien, der jährlichen Erfassung der Emissionen nach den Vorgaben des Greenhouse-Gas-Protokolls, dem Aktionsplan sowie unserer Berichterstattung im Rahmen der Klimawin BW wider.
Pflanzlich, regional und frisch – so geht Küche von morgen
In unseren 19 gastronomischen Einrichtungen verkaufen wir an besuchsstarken Tagen bis zu 12.000 Essen. Dementsprechend ist ein wesentlicher Teil unserer Scope 3 Emissionen auf die eingesetzten und verarbeiteten Lebensmittel zurückzuführen, die in unseren Mensen und Cafés angeboten werden.
Wir arbeiten daran, Einkauf, Speiseplanung und Angebot der Hochschulgastronomie schrittweise weiterzuentwickeln. Dazu gehören unter anderem ein höherer Anteil pflanzlicher Angebote, die stärkere Berücksichtigung regionaler (< 300km) und saisonaler Produkte, der Einsatz von Mehrwegsystemen sowie die Reduktion besonders emissionsintensiver Warengruppen. Auch die Frische unserer Produkte gehört zur Weiterentwicklung, so werden beispielsweise Pasta und ausgewählte Bratlinge selbst frisch hergestellt.
Hierzu können wir bereits einige Erfolge nachweisen, die in der jährlichen Berichtserstattung unter dem Kapitel Produktverantwortung und Regionaler Mehrwert und hier untenstehend zu finden sind.
Aus der Praxis gegriffen:
Pilotprojekt Mensa 2.0
Eine pflanzenbetonte Verpflegung, mehr Transparenz bei der Produktauswahl und das bei weiterhin bezahlbaren Preisen: Mit diesem Ziel wurde das Mensa-Angebot auf dem Bildungscampus Heilbronn neu konzipiert. Das von der Dieter-Schwarz-Stiftung geförderte Projekt setzt dort an, wo in der Hochschulgastronomie beim Einkauf, der Speiseplanung und dem Sortiment etwas bewegt werden kann.
Dafür wurde der Einsatz von Produkten hinsichtlich mehrerer Kriterien im preislich möglichen Rahmen optimiert: Butter, als Produkt, mit einem großen CO2 Fußabdruck, wurde aus dem regulären Sortiment genommen und Fisch- und Fleischgerichte wurden im Vergleich zu vor der Umsetzung des Pilotprojekts um mindestens 50 Prozent reduziert. Fertigprodukte sind entweder ersatzlos gestrichen oder durch selbstproduzierte Artikel ersetzt worden – Frischeküche ist jetzt Alltag. Getränke gibt es nur noch im Glas, frisches Fleisch nur mit Mindeststandard Haltungsform 3, die selbsthergestellte Pasta hat ein eigenes Buffet bekommen. Die Kundenansprache ist modern – das heißt digital, mehrsprachig und optisch ansprechend, inklusive Kombinationsvorschläge für das Buffet. Es ist als Pilotprojekt zu verstehen: Denn es soll auf alle Mensen des Studierendenwerks übertragen werden, um auch diese für die Zukunft fit zu machen und mit einer zeitgemäßen Ausrichtung mit der Unternehmensphilosophie in Einklang gebracht werden. Anschließend wurde das Konzept auch in der Zeughausmensa, auf dem Campus Sontheim und der Triplex-Mensa umgesetzt.
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Sanierungen und gemeinschaftliche Wohnräume
Erschwingliches Wohnen ist nicht nur unsere Verpflichtung, es sollte grundlegendes Recht von Studierenden sein. Dabei wollen wir nicht einfach nur Zimmer und Dächer über dem Kopf anbieten, sondern Raum zur Entfaltung und persönlichen Weiterentwicklung bieten. Aus diesem Grund verfolgen wir das Ziel, unsere Wohnanlagen baulich, energetisch und sozial weiterzuentwickeln.
Dazu gehören unter anderem energetische Sanierungen, der Energiestandard KfW 40 für Neubauten oder das Urban Gardening auf über 150m².
Aus der Praxis gegriffen:
Wenn Energie sparen, dann richtig –
Ein Wettbewerb mit 15 Wohnheimen
1000 Studierende aus insgesamt 15 Wohnheimen: Mit der über das Wintersemester 22/23 realisierten Challenge hat das Studierendenwerk Heidelberg die Energiesparwettbewerbe ins Leben gerufen. Zu gewinnen gab es eine Wohnheimparty, die wie das gesamte Projekt vom Klima-Strom-Fonds der Stadtwerke gefördert wurde. Mit einer Aufklärungskampagne des BUND, zwei weiteren flankierenden Nachhaltigkeits-Kampagnen sowie einem vom Studierendenwerk eigens eingerichteten neuen Tutorat mit 23 Studierenden wurde konsequent auf maximale Wirkung gesetzt – was sich auch mit allen Erwartungen übertreffenden Ergebnissen auszahlte. So hat der Wohnheimkomplex im Holbeinring mit über 600 Bewohnern durchschnittlich insgesamt im Vergleichszeitraum von drei Wochen zum Vorjahr 20 Prozent Energie eingespart. Expertenschätzungen im Vorfeld der Wettbewerbe rechneten mit bestenfalls 10 Prozent. Zu verdanken war der Erfolg in erster Linie der konzeptuellen Vorarbeit: Die Bewohner wurden wöchentlich über ihren aktuellen Stand in der Challenge informiert, sie wurden mit Tipps und Hintergrundinformationen zum Energiesparen versorgt, haben an Veranstaltungen teilgenommen, einen Ausflug in die Klimaarena machen können und wurden medial über den Wettbewerb hinweg intensiv begleitet. Ob im DSW-Journal, der Rhein-Neckar-Zeitung oder dem SWR, die Wettbewerbe waren weit gestreut und regelmäßig Thema, der SWR hat die Aktion sogar in einem sechsteiligen TV-Beitrag aufbereitet, der in den Abendnachrichten zur besten Sendezeit veröffentlicht wurde.
Ein Zusammenschnitt der einzelnen Folgen könnt ihr euch hier ansehen:
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Ressourcenschonung und Sensibilisierung für Umweltschutz im Kindesalter? – Ja, das geht
Von abgelaufenen Verbänden, Plastikverpackungen, über Eierschachteln und Fehldrucke, mit dem kunstpädagogischen Ansatz lässt sich so ziemlich alles noch einmal verwerten. Den rund 260 in unseren Kindertagesstätten betreuten Kindern wird spielerisch schon im sehr frühen Alter ein Bewusstsein für die Bedeutung von Umweltschutz und Ressourcenschonung beigebracht, zum Beispiel anhand von Wasserkreisläufen, Besuche beim Imker oder dem eigenen Anbau von Obst und Gemüse, das es nach der Ernte durch die Kinder auch auf die Teller in der Kita schafft. Wie sich Nachhaltigkeit auch außerhalb des Wohnens und der Gastronomie realisieren lässt zeigt auch folgendes Beispiel unserer Kita in der Humboldtstraße.
Aus der Praxis gegriffen:
Projekt „Nachhaltiges Wirtschaften“ der Stadt Heidelberg
Umwelt und Natur spielen in der Pädagogik und frühkindlichen Bildung unserer Kitas durch den Orientierungsplan des Landes Baden-Württemberg seit langem eine große Rolle. Entsprechend begeistert zeigten sich die Mitarbeitenden als sie am Vorzeigeprojekt „Nachhaltiges Wirtschaften“ der Stadt Heidelberg teilnehmen konnten. Mit mehreren Betriebsbegehungen ausgewiesener Experten wurde unsere Kita Humboldstr. 17 auf Herz und Nieren geprüft: Halten wir alle relevanten Standards ein, wie hoch ist der Strom- und Energieverbrauch und wie viele Emissionen werden bspw. durch unseren Windeleinsatz jährlich verursacht? Eine eigens für die Kita erstellte Klimabilanz zeigte klar, dass 75 Prozent der Emissionen zu Scope 3 zählen, was bedeutet, dass es sich um Emissionen handelt, die als indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette entstehen. Die Hälfte davon fällt auf den Pendlerverkehr der Eltern und Mitarbeitenden, was unseren Handlungsbedarf in puncto Mobilität deutlich unterstrich. Wir haben in der Folge begonnen ein Betriebliches Mobilitätsmanagement einzuführen und damit die Weichen gestellt, um Potentiale zunächst systematisch zu analysieren und in der Folge Maßnahmen abzuleiten, die unseren Mitarbeitenden zu Gute kommen und Emissionen reduzieren sollen. Da der zweitgewichtigste Emissionsfaktor unser Stromverbrauch ist wurde kurzerhand die Lüftungsanlage optimiert. Das Studierendenwerk Heidelberg wurde im Rahmen des Projekts „Nachhaltiges Wirtschaften“ prämiert.
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Diverse Klientel, diverse Dienstleistungen
Die Beratung zur Studienfinanzierung wie dem BAföG, eine Psychosoziale Beratungsstelle (PBS), eine Rechts- und Sozialberatung für Studierende, kulturelle Events und zwei ServiceCenter als zentrale Anlaufstelle für alles rund um den Studienalltag –das Studierendenwerk Heidelberg bietet eine ganze Reihe an Dienstleistungen für Studierende, die das Studierendenleben erheblich erleichtern und eine Konzentration auf das Studium teilweise überhaupt erst ermöglichen. Die Printprodukte des Studierendenwerks sind selbstverständlich alle aus Recycling-Papier, an der Einführung einer elektronischen Akte wird gearbeitet und zur Förderung der Vielfalt wurde ein Diversity-Referat für Menschen der LGBTQIA+ Community eingeführt. Zudem finden Kulturangebote und Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Anlässen und Themen statt – wie beispielsweise das International Language Café, der kostenlose Fahrradcheck oder Selbstbehauptungskurse.
Kontakt
Maike Schlindwein
Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsmanagerin
Kurfürsten-Anlage 8
69115 Heidelberg
Pressespiegel Nachhaltigkeit
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