Studitipps zum ökologischen und preiswerten Einkaufen und Putzen als Student

Autorin: Eva-Maria Risse


Liebe Feldaner,

die erste eigene Wohnung oder die neue WG stellt so manchen von uns auch vor ganz praktische Herausforderungen, vom Abwasch bis zum Einkauf. Nicht alles, was wir uns bei Mama und Papa abgeschaut oder in alten WGs angewöhnt haben, finden wir bei näherem Hinschauen so sinnvoll.

Deswegen findet ihr hier ein Interview mit Paulina Siebeneicher von der BUND Hochschulgruppe Heidelberg zum preiswerten und ökologischen Leben als Student.

Weitergehende Informationen zur BUND Hochschulgruppe findet ihr unter diesem Link:

http://www.bund-heidelberg.de/

 

Nur Liebe!

Eure Feldpresse

 

 

Putzen:
Kann man Putzlappen und Spülschwämme waschen (wie?) oder muss man sie entsorgen? Putzlappen kann man mit der 60° Wäsche waschen, stark verdreckte Spülschwämme würde ich lieber entsorgen.

Wie entsorge ich einen Spülschwamm oder Putzlappen? Im Restmüll. Es gibt jedoch auch Spülbürsten aus Holz, deren Aufsatz recycelbar ist und gewechselt werden kann, und Mehrweg-Putzlappen.

Wie entsorgt man Einweg-Putzlappen und sind sie überhaupt zu empfehlen? Einweg ist generell nicht zu empfehlen, wenn man Geld sparen und die Umwelt schonen möchte. Mikrofaser-Putzlappen sind sehr langlebig und man kann mit ihnen auch ohne Spülmittel fettige Oberflächen putzen.

Kalk: In vielen Studentenwohnheimen ist das Wasser sehr verkalkt. Wie kann man am umweltschonendsten entkalken? Sind Brita Wasserfilter ökologisch verantwortbar und was passiert danach mit den verbrauchten Kartuschen? Am besten ist es, Wasserkocher & Co regelmäßig mit handelsüblichen Mitteln (Zitronensäure oder Essigsäure) zu entkalken. Benötigt man kalkfreies Wasser, z. B. für Tee, nimmt man am besten einen Papierfilter (Kaffeefilter) und gießt das heiße Wasser hindurch in die Kanne. Den Filter kann man Problemlos 10 – 20 Mal wiederverwenden.

Darf man Essensreste in der Toilette entsorgen oder verfettet dies wie in London die Rohre und ist noch schädlicher als der Restmüll? Wenn man Biomüll die Toilette herunterspült gibt es zwei Probleme: Man erhöht den biologischen Sauerstoffbedarf der Kläranlage und lockt Ratten an.

Sollte man WC Steine bei Kalk verwenden und gibt es ökologische Alternativen? WC-Steine sollte man nicht verwenden. Sie belasten unnötig das Abwasser. Um Kalk zu entfernen kann man z. B. den Essig nutzen, der in einem leeren Saure-Gurken-Glas übrig bleibt. Den kippt man in die Toilette und lässt ihn einwirken.

Wie kann ich sauber putzen ohne das Abwasser unnötig zu belasten? Man sollte nicht mehr Putzmittel verwenden, als auf der Packung steht. Für Mikrofaser-Putzlappen braucht man sogar gar keins, was natürlich sehr bequem ist.

Mädels-Wg: Tipps für Nicht-Verstopfen oder das Abflussreinigen von Rohren ohne scharfe Putzmittel nehmen zu müssen? Am einfachsten ist ein kleines Sieb in der Dusche, dass die Haare auffängt – das kostet nicht viel und spart viel Arbeit. Wenn dann doch einmal ein Rohr verstopft ist, kann man einen Pömpel verwenden. Ist die Verstopfung hartnäckig, dann ruft man am besten den Vermieter an und bestellt einen Sanitärfachmann. Abflussreiniger sind nicht nur schädlich, sie können die Rohre auch heftig schädigen.

Einkaufen:
Häufig muss man als Studierender ein Kilo Möhren kaufen, wenn man nur zwei braucht und spart dabei noch Geld. Wie / wo kann ich passender einkaufen? Das ist doppelt ärgerlich, man so viel gar nicht braucht und solche Produkte meist dick in Plastik verpackt sind. Man kann natürlich einfach mit Freunden oder WG teilen. Vieles gibt es in Supermärkten aber auch unverpackt, und auf dem Wochenmarkt kann man fast alles einzeln und oft lokal kaufen. Märkte gibt es in den meisten Heidelberger Stadtteilen – der in Neuenheim etwa ist sehr schön, das Ambiente ein bisschen wie in einem französischen Dorf. Wer Lebensmittel ganz umweltbewusst (und kostenlos!) haben möchte, kann auch bei einem Fair-Teiler vorbeischauen, wo vor der Mülltonne gerettete Lebensmittel warten. Einfach auf foodsharing.de/karte zu finden, indem man „Fair-Teiler“ anklickt.

Lagern: Gibt es Tricks zum Lagern im Kühlschrank / Regal, sodass Lebensmittel länger haltbar sind? Was kann man außerhalb des Kühlschranks lagern, sodass der WG Kühlschrank nicht für Kartoffeln / Zwiebeln und Brot benutzt werden muss? Kann man sowas auf dem Balkon lagern oder gibt es Tricks, wie man das im doch sehr warmen Studentenzimmer lagern kann? Gibt es dazu Buchtipps? Der Königsweg ist der, nach Bedarf einzukaufen, den Kühlschrank auf „Stufe 1“ zu stellen und nicht zur Vorratshaltung zu verwenden. Vieles verträgt Kühlschrankbedingungen auch gar nicht. Bananen werden dort z.B. schnell schwarz, Tomaten verlieren Aroma, Brot wird trocken. Anderes, wie Kartoffeln, muss dunkel gelagert werden. Für einen studentischen Haushalt reicht aber die Zimmertemperatur aus. Nur große Mengen müssen in den dunklen Keller.

Wie kann man vermeiden / trainieren Essen wegzuwerfen? Wenn man etwas zu viel gekocht hat, kann man das natürlich gut am nächsten Tag essen, einfrieren oder den Mitbewohnern eine Freude machen – oder man isst etwa dasselbe Hauptgericht am nächsten Tag mit einer frisch gekochten Beilage, wenn es einem sonst zu eintönig ist. Vieles, etwa Müsli, lässt sich gut in die Uni mitnehmen. Schon beim Einkaufen sollte man gut überlegen, ob man auch alles gegessen kriegt. Mir passiert es manchmal, dass etwas weit hinten im Kühlschrank steht und schlecht wird, weil ich es übersehe – da sollte man unbedingt regelmäßig nachprüfen.

Getränke: Selbst wenn man mit einem Soda-Stream selbst Wasser sprudelt, wie kauft man am besten Saft: Tetrapack? Einweg-Pet? Mehrweg-Pet? Mehrweg Glas? Kompliziertes Thema – das hängt sehr vom Herkunftsort ab. Je weiter entfernt die Abfüllung ist, desto weniger rechnet sich Mehrweg und Glas. Der Transport schlägt dann zu Buche. Da man die Entfernung in der Regel nicht kennt, ist „Mehrweg statt Einweg“ eine gute Faustregel. Glas-Mehrweg und PET-Mehrweg ist (ebenso nach einer Faustregel) gleichwertig.

Kann man das Wasserkocher-Wasser mehrmals aufkochen und verwenden? Solange das Wasser nicht zu lange steht, sollte das kein Problem sein. Wenn man aber z.B. Wasser für Tee kocht, kann man auch gut mit einer Tasse abmessen, wie viel man braucht, um nicht zu viel zu machen.

Waschen:
Viele Studis verwenden Lenor oder Trockner-Tücher. Gibt es auch eine ökologische Art Wäsche zu parfumieren? Kann man ökologisch-achtsam waschen? Nur so oft wie nötig und dann nur so heiß wie nötig bei wirklich voller Waschmaschine waschen. Außerdem nicht zu viel Waschmittel und lieber keinen Trockner benutzen.

Weitere Tipps der BUND Hochschulgruppe:

 

Einkaufen:

Auch auf das Herkunftsland des Obsts/Gemüses achten – je näher, desto besser.

Alles, was man kauft, unter dem Blickwinkel Müll betrachten: Wie viel Verpackung fällt an? Kann man sie wiederverwenden (z.B. Marmeladengläser, um Müsli in die Uni mitzunehmen)? Wie lange hält das Produkt? Ideal ist es, ganz unverpackt einzukaufen – das geht auch in Heidelberg, etwa bei Annas Unverpacktes, Appel und Ei und auf Märkten. Unter dem Stichwort Zero Waste findet man im Internet viele Tipps, um so zu leben, dass der Müll mehrerer Jahre in ein Marmeladenglas passt!

Vegane Milch kann ziemlich teuer sein – aber Hafermilch kann man ganz leicht selbst machen (dann schmeckt sie eh am besten)! Man nehme einfach 10g Hafer auf 100 ml Wasser, evtl. noch etwas Kokosöl und Honig zum Verfeinern und ein paar Eiswürfel, und püriere die Mischung gründlich. Schmeckt auch sehr gut im Müsli!

 

Energie:

Ca. 10% des Stroms in deutschen Haushalten und Büros werden durch ungenutzte Geräte im Standby-Betrieb verbraucht – es lohnt sich also wirklich, sie ganz auszuschalten.

Fenster besser mehrmals kurz richtig weit öffnen, statt sie gekippt zu lassen – das verbraucht weniger Energie und kostet weniger.

Der Backofen braucht viel Energie – sehr praktisch ist es, sich die Wärme mit den Mitbewohnern zu teilen, statt ihn mehrmals aufzuheizen.

Lieber Wärmflasche oder Decke nehmen als Heizung aufdrehen – das ist eh gemütlicher. Wenn man die Heizung um nur 1°C runterdreht, kann man pro Jahr und Wohnung Geldbeträge im dreistelligen Bereich sparen.
Mülltrennung:

Plastikmüll muss nicht abgewaschen werden – löffelrein reicht.

Nicht ins Altpapier gehören: Milch- oder Saftkartons (Plastikmüll), Kassenbons, Backpapier, Post-Its (Restmüll), gebrauchte Taschentücher, Küchenkrepp oder mit Lebensmitteln verschmutztes Papier (kleinere Mengen dürfen in den Biomüll, sonst Restmüll), zerknülltes Papier und Papier mit größeren Mengen Klebstoff.

 

Wasser:

Um beim Abwaschen nicht sein ganzes Nebenkostengeld in den Ausguss zu schütten, sollte das Wasser nicht laufengelassen werden. (Man kann z.B. erst alle Teile abschrubben und dann alle nacheinander abspülen.)

Bei weiteren Fragen kann die Umweltberatung des BUND Heidelberg sicher helfen: 06221/25817. Wir haben auch kürzlich eine Liste mit weiteren Tipps rausgebracht – zu finden über den QR-Code.

Interessiert ihr euch auch für Umweltschutz? Dann schaut doch mal beim Treffen der BUND Hochschulgruppe vorbei: Alle 14 Tage Dienstag 18:15 Uhr im Welthaus! Email:BUNDhochschulgruppeHD@googlegroups.com.

Don’t leave your kitchen unattended! Alles, was ihr schon immer über unsere Rauchmelder wissen wolltet…

Autorin: Eva-Maria Risse

Liebe Feldaner,

die Feldpresse scheut natürlich keine Mühen um für euch bei den neuesten Entwicklungen und den großen und kleinen Dramen des Neuenheimer Feldes vor Ort zu sein. Wir waren da – als Feldpresse – im Schlafanzug! – um euch mit exklusiven Bildern des Küchenbrandes im INF 679 zu versorgen.

Da das Studierendenwerk jedoch nicht davon begeistert ist, wenn wir regelmäßig unser Inventar in Brand setzen und ihr sicherlich nicht sonderlich beliebt bei euren Nachbarn werdet, wenn ihr sie durch eure Fahrlässigkeit vor wichtigen Klausuren unnötig weckt, gibt es hier eine kleine Zusammenstellung, was wir tun sollen, wenn der Rauchmelder losgeht.

Die Interview-Fragen stammen von eurem Feldpresse Tutorat. Antworten gibt es von Frau Hannowsky, Sachgebietsleiterin Studentisches Wohnen beim Studierendenwerk, und der Leitung des Facility Managements.

  1. Sind die Rauchmelder im Zimmer oder im Flur an die Feuerwehr gekoppelt – automatisch – oder sollen wir im Falle eines Brandes selbst die Feuerwehr alarmieren?
    Nein, die Rauchmelder im Zimmer oder im Flur sind nicht automatisch an die Feuerwehr gekoppelt (das käme uns bei den häufigen Fehlalarmen sehr teuer; das Ausrücken der Feuerwehr kostet jedes Mal eine Menge Geld – auch bei einem Fehlalarm!). Im Falle eines Brandes muss die Feuerwehr also tatsächlich noch alarmiert werden.
  2. Wenn mir etwas im Zimmer überkocht und mein Rauchmelder geht an, darf ich dann den Rauchmelder abschalten oder geht er von selbst aus, z.B. durch Lüften meiner Wohnung?
    Ja, Sie dürfen den Rauchmelder selbst abschalten, indem Sie z.B. mit einem Besenstil kurz auf den Knopf drücken – der Ton geht dann aus. Danach die Wohnung lüften, jedoch über die eigenen Fenster, nicht über die Wohnungstüren zu den Treppenhäusern! Denn dort befinden sich die vernetzten RWM, die nur sehr umständlich (vom Fachmann) ausgeschaltet und wieder in Betrieb genommen werden können!
  3. Wen verständige ich, wenn im Zimmer meines Nachbarn der Rauchmelder losgeht? Den Hausmeister – vor der Feuerwehr und etwaigen Kosten haben sicherlich viele von uns Angst.
    Wenn ein Rauchmelder in einem Nachbarzimmer losgeht und sichergestellt ist, dass niemand zu Hause ist, muss von einem Notfall ausgegangen werden. In diesem Fall sind grundsätzlich die Rettungskräfte zu alarmieren. Im direkten Anschluss der Hausmeister, bzw. der Bereitschaftsdienst. Die Feuerwehr aufgrund der möglichen Kosten nicht gleich zu rufen, wäre möglicherweise fatal.
  4. Wo finde ich z.B. für kleinere Brände Feuerlöscher / Branddecken, wenn etwas auf dem Herd Feuer fängt?
    Feuerlöscher haben wir nur noch vereinzelt in unseren Wohnheimen, da die Feuerwehren empfehlen im Brandfall Ruhe bewahren – in Sicherheit bringen – Rettungskräfte alarmieren. Von Selbstlöschversuchen wird allgemein abgeraten (für Ungeübte). Über Besitz von Branddecken etc. im Privatbereichen/Wohnungen entscheiden die Bewohner selbst.
  5. Was ist das Vorgehen beim Rauchsignal? Sollen wir alle das Haus verlassen, gibt es Sammelpunkte etc.?
    Bricht ein Feuer außerhalb der eigenen Wohnung (z.B.: Treppenhaus), sollte man die Wohnungstür schließen und am Fenster auf die Rettungskräfte warten. Beim Brand im eigenen Apartment, sollte man schleunigst die Räume verlassen und über einen Rettungsweg (Treppenhaus) das Gebäude verlassen. In unseren Wohnheimen befinden sich in TH die Flucht- und Rettungspläne, woraus man die sichersten Rettungswege entnehmen kann.
  6. Wer ruft bei einem Alarm des Flures die Feuerwehr? Der Hausmeister? Wohnheimsprecher? Wer kümmert sich ums Abschalten vom Alarm? Die Feuerwehr ruft (wie auch andere Rettungskräfte bei allen anderen Notfällen im Alltag) wer zuerst den Notfall entdeckt.

Herzlich willkommen zum Blog des Studierendenwerks Heidelberg

Liebe Studierende in den Wohnheimen des Studierendenwerks Heidelberg,

herzlich willkommen auf diesem neuen Blog.

Zu Beginn möchten wir ein Dankeschön an die studentischen SiedlungssprecherInnen im Neuenheimer Feld aussprechen, denn dank ihrer Initiative und Hilfe konnte dieser Blog verwirklicht werden.

Das Ziel des Blogs ist es, den Wohnheim-Sonderaufgaben „Studentische Presse“ eine Plattform zu bieten, um Informationen und Artikel zu den Wohnheimen des Studierendenwerks Heidelberg zu veröffentlichen. Wir beginnen dabei mit dem Neckarbogen INF 129-136 und der Siedlung INF 660-696. Falls sich weitere Wohnheime des Studierendenwerks Heidelbergs diesem Blog anschließen möchten, ist dies jederzeit möglich.

Kristian Willenbacher, Ansprechpartner der SiedlungssprecherInnen und des Blogs, steht bei Rückfragen, Anregungen und Kritik gerne zur Verfügung. Die Kontaktdaten findet ihr hier.

Euer

Studierendenwerk Heidelberg