3 schnelle Winterrezepte für die Studentenküche

Autorin: Frederike Hohenbild

Da man in seiner Studentenküche oft doch etwas eingeschränkt ist und es zudem gerne noch schnell gehen soll, gibt es heute 3 unkomplizierte Rezepte für den Winter, die alle auch zum Mitnehmen und Vorkochen geeignet sind.

Kürbis-Spinat-Auflauf

Zutaten (2 Personen)

  • 1 Butternut Kürbis
  • 200 g Spinat
  • 150 g Quark
  • 100 g Hüttenkäse
  • 2 Eier
  • Basilikum
  • 150 g Feta
  • 25g Parmesan
  • 1 Prise Muskatnuss
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

  1. Backofen auf 180°C vorheizen.
  2. Etwas Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und den Spinat darin kurz garen, sodass er etwas zusammenfällt.
  3. Den Kürbis in 6mm dicke Scheiben schneiden und die Kerne entfernen.
  4. In einer Schüssel Quark, Hüttenkäse und Eier verquirlen. Mit geriebener Muskatnuss, Salz und ordentlich Pfeffer abschmecken.
  5. Basilikum grob hacken.
  6. Feta in sehr feine Scheibchen schneiden und Parmesan reiben.
  7. In einer Auflaufform abwechselnd Spinat, Quarkmasse und Kürbis Schichten. Zwischendurch etwas Basilikum einstreuen.
  8. Mit Feta belegen und Parmesan bestreuen.
  9. Für 40 Minuten auf der mittleren Schiene des Ofens backen. Für die letzten Minuten noch einmal nach oben schieben, bis der Käse etwas kross wird.

Mango-Rote Linsen-Curry

Zutaten (2 Personen)

  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Möhren
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • 1 große Tasse Rote Linsen
  • 1 Mango
  • 100mL Gemüsebrühe
  • 200mL Kokosmilch
  • 1 TL Currypulver
  • ½ TL Kurkuma
  • ½ TL Kreuzkümmel
  • Salz
  • Pfeffer
  • etw. Kokosöl

Zubereitung

  1. Zwiebeln und Knoblauch schälen und hacken. Ingwer fein hacken. Möhren reiben oder fein hacken. Alles in etwas Kokosöl andünsten.
  2. Linsen und Gewürze zufügen und mit Brühe ablöschen. Kokosmilch zugeben und 10 Minuten köcheln lassen.
  3. Mango schälen und würfeln. Dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und weitere 2 Minuten ziehen lassen.

Gefüllte Süßkartoffeln

Zutaten (2 Personen)

  • 2 große Süßkartoffeln
  • Füllung:
    • 1 Hühnchenbrust Filet
    • 100 g Joghurt
    • 1 Tomate
    • ½ Dose Kidneybohnen
    • 1 Avocado
    • Basilikum
  • etw. Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zitronensaft

Die Zutaten für die Füllung sind beliebig austauschbar, als vegetarische Alternative zum Beispiel mit Spinat, Feta und Parmesan.

Zubereitung

  1. Den Ofen auf 200°C vorheizen.
  2. Die Süßkartoffeln waschen und ca. 15 Minuten in kochendem Salzwasser garen. Jede Kartoffel halbieren, mit etwas Olivenöl einreiben und mit Salz und Pfeffer bestreuen. Mit der Schnittseite nach unten auf einem Blech platzieren und im heißen Ofen 15 bis 20 Minuten backen bis die Kartoffeln weich sind.
  3. Währenddessen etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und darin die Hühnchenbrüste braten. Mit Salz und Pfeffer würzen. In Würfel schneiden und beiseitestellen. Tomaten würfeln und Avocado in Spalten schneiden.
  4. Den Joghurt mit Basilikum vermischen, mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken und das Hühnchen untermischen.
  5. Die Kartoffeln aus der Folie nehmen und mit einem Löffel leicht aushöhlen. Das Ausgeschabte Innere zu der Hühnchen-Mischung geben. Kartoffeln mit der Mischung füllen und die Tomatenwürfel, Kidneybohnen und Avocadospalten darauf verteilen.

Guten Appetit!

Was kann eigentlich der Studierendenausweis?

Autorin: Frederike Hohenbild

Dass der Studierendenausweis als praktisches Zahlungsmittel für so ziemlich alles im Unialltag genutzt werden kann, ist wohl vermutlich jedem bekannt. Egal ob in der Mensa, beim Drucken oder zum Bezahlen des Hochschulsports – bei den meisten Studierenden ist der Ausweis in so regelmäßigem Einsatz, dass nach spätestens drei Semestern das Bild vor lauter Abnutzung gar nicht mehr zu erkennen ist. Auch das mag manchmal seine Vorteile haben… Doch eine weitere ausgesprochen nützliche Funktion hat der Studierendenausweis: Die kostenlose Nutzung des VRN. Unter der Woche ab 19 Uhr und sogar ganztägig an Wochenenden sowie Feiertagen kann in Heidelberg umsonst gefahren werden. Seit letztem Jahr wurde dieses Angebot sogar noch erweitert, sodass nun Busse und Bahnen des gesamten VRN-Gebiets genutzt werden können. Wer am Wochenende also die Heidelberger Umgebung erkunden will, hat nun beste Voraussetzungen! Das VRN-Gebiet ist zwar nicht riesig, hat aber zum Glück doch einige Ziele im Angebot.

Mannheim ist natürlich ein naheliegendes Ziel für alle, die das manchmal eher ruhige und beschauliche Leben in Heidelberg hinter sich lassen wollen. Ob es darum geht am Wochenende mal ein paar andere Optionen zum Feiern zu erkunden, ins Kunstmuseum zu gehen oder die kostenlose Fahrt als Anlass zu sehen auch unter Woche mal abends ein Bier in Mannheim trinken zu gehen. Für einen kleinen Ausflug am Wochenende gibt es aber definitiv auch noch ein paar andere Optionen, die vielleicht noch nicht jedem bekannt sind. Da wäre zum Beispiel Schwetzingen, das mit seiner barocken Schlossanlage zu einem gemütlichen Bummel mit anschließender Kaffeepause im Schlosspark einlädt. In Weinheim lohnt sich neben einem Besuch im Miramar zum Beispiel auch eine kleine Wanderung durch die Altstadt. Inmitten der Weinberge gibt es zudem sowohl die Burgruine Windeck, als auch die Wachenburg zu entdecken. Besonders entlang der Bergstraße befinden sich einige idyllische Flecken, die vor allem im Frühling zur Zeit der Mandelblüte ein wunderschönes Bild abgeben. Auch wer gerne Wein trinkt, kommt definitiv auf seine Kosten! Denn auch einige Anlaufstellen in der Pfalz gehören zum VRN-Gebiet und bieten von März bis Oktober jede Menge Möglichkeiten, öffentliche oder private Weinwanderungen zu unternehmen, Weinkeller zu besichtigen oder Weinfeste zu besuchen. Im offiziellen Weinfestkalender findet man zudem noch viele besondere Aktionen – Tage der offenen Weinkeller, kulinarische Wanderungen etc. – die lohnenswert sind.

Sicherlich fehlen in dieser Aufzählung noch einige Sehenswürdigkeiten – fest steht aber auf jeden Fall: Es lohnt sich, sich einfach mal am Wochenende den Studierendenausweis zu schnappen und die Umgebung zu erkunden. So schön Heidelberg auch ist, man kann ja nicht immer nur zwischen der Uni und der Unteren hin und her pendeln!

Im neuen Jahr weniger Lebensmittel verschwenden? – Lebensmittelrettung für Einsteiger

Autorin: Frederike Hohenbild

Es geht nun langsam auf den Februar zu und die ersten Neujahrsvorsätze werden langsam über Bord geworfen. Wenn sich also ab Februar die meisten Fitnessstudios nach und nach wieder leeren, ist das für manch einen eher ein Grund zum Aufatmen – egal ob aus dem Grund, dass die Trainingsfläche dann wieder frei ist oder ob es auf der Couch eben doch einfach gemütlicher ist. Doch einige Neujahrsvorsätze haben vielleicht doch etwas mehr Durchhaltevermögen verdient. Egal ob es nun ein spezieller Neujahrsvorsatz ist oder nicht, das Thema Lebensmittelverschwendung erhält zunehmend mehr Aufmerksamkeit und das sicherlich nicht ohne Grund. Natürlich muss im Jahr 2020 nicht jeder zum Veganer und professionellen Klima-Aktivisten werden, doch gerade beim Thema des achtsamen Umgangs mit Lebensmitteln – und der oft auch damit verbundenen Reduktion von Verpackungsmüll – kann wirklich jeder einen kleinen Anteil beitragen. Dass nicht jeder Studierende sich teure Bio-Produkte leisten kann, ist klar. Doch auch für Studierende gibt es viele Möglichkeiten, die den Geldbeutel am Ende sogar verschonen. Und dazu muss man nicht einmal zu (noch) nicht ganz legalen Methoden wie dem Containern (das wäre dann die Lebensmittelrettung für Fortgeschrittene) etc. greifen! Hier ein paar einfache Einsteigertipps:

  1. Einkaufsgewohnheiten: Das simpelste und logischste ist es wohl erstmal seine Einkaufsgewohnheiten zu hinterfragen und vielleicht ein bisschen vorausschauender einzukaufen. Wenn man am Anfang der Woche einfach schon mal grob durchdenkt, was man wirklich braucht, dann muss am Ende der Woche auch nicht der halbe Kühlschrankinhalt weggeworfen werden. Bei manchen Lebensmitteln, mit Verpackungsgrößen, die für eine Person meist zu groß sind (z.B. Milch) lohnt es sich auch mit Freunden zu teilen. Natürlich muss man auch nicht zwangsweise vegan oder vegetarisch leben, aber vielleicht ist ja zumindest möglich den Konsum gewisser tierischer Produkte etwas zu reduzieren.
  2. Too Good To Go: Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Start-up, dass mit ihrer App der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenwirken möchte. Restaurants, Bäcker etc. können Partner werden und übriggeblieben Produkte per App in deutlich günstigeren „Überraschungspaketen“ abgeben. In Heidelberg nehmen bisher leider nur die Kette „Nordsee“ und die Bäckerei „Laib und Leben“ teil. In Mannheim sieht die Auswahl aber zum Beispiel schon größer aus! Essens-Retter können sich einfach per App anmelden und dort die aktuelle Auswahl in ihrem Umkreis einsehen und vorbestellen. Dann muss das Paket nur noch zur angegebenen Zeit abgeholt werden. Für sparsame Studenten also die perfekte Gelegenheit besonders abends an günstiges Essen zu kommen und gleichzeitig noch deren Verschwendung zu verhindern!
  3. Foodsharing: In Heidelberg und Region gibt es 10 Fair-Teiler: In der Altstadt, Neuenheim/Handschuhsheim, Weststadt, Südstadt, Eppelheim, Rohrbach, Bosseldorn, Leimen, Ochsenkopf, Schlierbach-Ziegelhausen und am Letzenberg. Diese sind über https://foodsharing.de/ einsehbar. Bei den Fair-Teilern handelt es sich meist um große Regale, wo das Essen hinterlegt wird. Online oder per E-Mail-Abonnement wird dann aktualisiert, was gerade verfügbar ist. Das Essen wird von offiziellen RetternInnen abgeholt und stammt oft aus Supermärkten, Restaurants, Bäckereien und auch vielen Ketten. Bei den geretteten Lebensmitteln kann also alles dabei sein, von Gemüse, über Backzutaten zu belegten Brötchen oder Steaks. Die Anmeldung ist umsonst und in 2 Minuten erledigt.
  4. Facebook: Auch über Facebook gibt es einige Möglichkeiten Lebensmittel zu Retten. In Gruppen, wie zum Beispiel „Free Your Food Heidelberg“, kann jeder – sowohl Privatpersonen als auch offizielle Retter – abzuholende Lebensmittel posten. Diese werden nicht an einem festen Ort, sondern nach Absprache (oft auch zuhause) vergeben. Hier werden die verschiedensten Dinge angeboten, oft auch Reste von Catering-Firmen, sodass man mit etwas Glück und zeitlicher Flexibilität auch sehr exquisite Happen erwischen kann.

Es gibt also auch in Heidelberg einige Möglichkeiten der Lebensmittelverschwendung ein wenig entgegen zu wirken. Außerdem kann es natürlich auch Spaß machen und die Ernährungsgewohnheiten ein bisschen abwechslungsreicher gestalten, wenn man vorher noch gar nicht ganz genau weiß, welches Produkt man heute retten wird. Und gerade als Studierender hat man meistens die nötige Flexibilität, um sich auch tagsüber mal spontan irgendwo einen leckeren Snack abzuholen. Also probiert es einfach mal aus!

Viel Lärm um nichts?

Autor: Marcel Kückelhaus

Die „Schlagzeugmafia“ kann trommeln, was das Zeug hält. Aber genügt das für eine abendfüllende Show?

Manches im Leben beginnt mit viel Hoffnung. Man verspürt die Aufregung und ist gespannt auf das, was einen erwartet. Je näher zum Beispiel das Event rückt, desto zappeliger wird man und die Vorstellung von dem, was sein könnte, wenn denn alles so passiert, wie man es sich ausmalt, wird zu einem unvergesslichen Spektakel. Dann ist es soweit! Der Abend, auf den man sich gefreut hat, ist endlich da und alles verläuft zunächst so, wie man es sich in seinen Tagträumen vorgestellt hat. Doch nach nicht allzu langer Zeit in den Abend hinein macht es P A N G und die Show plätschert nur noch so dahin. Manchmal noch ganz amüsant, aber im Ganzen eher etwas dürftig.

So ähnlich verlief der Abend im Capitol Mannheim mit der Show der „Schlagzeugmafia“. Fünf Männer und fünf Trommeln versprachen bei der Ticketbestellung viel (und für den fairen Preis für Studierende möchte ich mich an dieser Stelle ernsthaft bedanken!), doch leider wurden die Erwartungen nach der ersten Viertelstunde und dem Abfeuern einer Konfettikanone nicht ganz erfüllt. Zwar ließen die Trommelfähigkeiten, welche die Künstler mit ihrer eindrucksvollen Koordination unter Beweis stellten, nichts zu wünschen übrig. Dennoch schaffte es die Rahmenhandlung mit ihrem eher groben und teils flachen Humor nicht zu überzeugen.

Die Idee war es, die künstlerischen Einlagen in die Geschichte von fünf Mafiosi einzubetten, die sich zuerst einen Kampf um die Vormachtstellung mit ihrer Nachbarin leisten, dann von der Polizei gejagt werden und schließlich einen Totentanz aufführen, um ihren in einem Boxkampf verstorbenen Kumpel wiederzubeleben. Ja, richtig verstanden! – Fünf Mafiosi, die sich an Voodoo-Praktiken versuchen und danach unter unbestimmbaren Zuckungen in ihren Armen leiden, die sie dann doch auf raffinierte Art und Weise in eine Performance überführen, die einen nicht gerade vom Stuhl reißt, aber dennoch einen Applaus entlockt. Während der Show erkennt man, wo man lachen soll – denn die Witze sind meist zu erwarten, nicht gerade innovativ und häufig auf Klischees beruhend.

Und dennoch wäre es unfair zu sagen, dass niemand gelacht hätte. Denn das Gegenteil war der Fall. Von Kindern bis Großeltern waren alle Generationen vertreten und so war auch für fast jede*n etwas dabei, worüber er*sie sich amüsieren konnte – eine Leistung der „Schlagzeugmafia“, die durchaus bemerkenswert ist. Der Abend war eine Achterbahnfahrt, nicht der Gefühle, aber der Qualität: mal gut, mal okay, mal wirklich lustig. Vor allem das Ende (das auch in keiner Weise zur Rahmenhandlung passte) brachte noch einmal eine überraschend positive Wende mit sich, als die Lichter erloschen und sich plötzlich ein Lichtcomic (siehe YouTube Video) auf der Bühne ereignete.

Der Abend hat die Erwartungen nicht übertroffen und vielleicht noch nicht einmal erfüllt, aber vielleicht lag da der Fehler auch beim Tagträumer.

Wer sich eine eigene Meinung bilden möchte, muss zunächst auf Videos zurückgreifen, denn bisher sind keine weiteren Auftritte der „Schlagzeugmafia“ geplant. Weitere Infos findet ihr jedoch unter: http://www.schlagzeugmafia.de/home.

Einen Trailer zur Show findet ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=v6V1uFKskoI.

Bird Reflections

Autorin: Lisa Zhang

On my balcony, I have assembled a DIY bird feeder. It is a neat little thing consisting of two water bottles, one that functions as a feeder and the other as a water container. I have attached them with metal wire to a branch that I found close to our dormitory. They call it upcycling, to re-use old trash and prettify it. Something I recommend all students on a budget to try! Mainly because it reduces waste, saves you a little bit of money, and is quite fun to do if you are into that sort of thing.

In “Im Neuenheimer Feld”, many kinds of small birds come and visit my feeder. There are blue tits with their puffed up yellow breasts; they really are acrobats of the woods, jumping up and down, doing tricks from one branch to another. Then there are the slightly bigger green finches with their green tails; they are less common. Of course there is the common sparrow, who here in “Im Neuenheimer Feld“ is quite shy because the blue tits dominate. I have seen many a time blue tits chase away a sparrow. I suppose numbers do matter in the law of the jungle. But really, I never thought I would see shy sparrows in my life given that they are known to be aggressive birds when it comes to food – apparently you never know.

However, there is one bird which is the king of the bird feeder, and that is the rose-ringed green parakeet. It usually just sits on the feeder majestically, and grazes at the food until it is gone. These birds almost have a neon-green sheen to their feathers and as they mature, they develop a rose-coloured ring around their neck – hence the name. So obviously out of place in a town like Heidelberg, that, first when I arrived I thought they were from the zoo, until I realised that they had made themselves at home in these parts.

There is a big debate about rose-ringed green parakeets in Europe. Considered to be an invasive species, they, according to some, destroy the native habitat of other birds, build heavy nests which may fall onto people’s heads, and most of all, there seems to be a xenophobic fear that they are not native to the region. What might these strangers do to the natural habitat? Nobody knows. Nobody also knows how they really arrived to Europe. Myths flourish about how they initially were pets who fled from cages, but more likely I think, is that they have migrated because of the climate crisis. It has been a mild winter.

The parakeets are the noisiest of the birds that come and visit, and they often make a racket in the morning when they discover that the bird feeder is empty. I feed them sunflower seeds, which is supposed to be good for all birds. Never feed birds bread. When I started to learn about bird feed, this was the first thing that came up on Google. Apparently, bread is like fast food for birds. Quite yummy, but in the end, it only consists of empty calories. Sunflower seeds, and other seeds, fruits and nuts (and even mild cheese!), contain all the nutrition that the birds need. Oh, and never feed birds anything with salt, that is very bad for them.

I often wonder what the Heidelberg crowd think of the rose-ringed parakeets. Most people I have talked to seem to be of the mind that it is a nice exotic addition to our parts, although I think few realise that the parakeets might be on their way to becoming the next dove – that is how much they thrive. At least, when it comes to the debate, we are not at the brown versus grey squirrel situation yet. At least for now, they just function as my colourful alarm clock in the mornings.

2020 : the year of the humble bean?

Autorin: Lisa Zhang

I read somewhere that the year 2020 will be the year of the humble bean: environmentally friendly, rich in nutrients, vegetarian and cheap. Not only are beans all of the above, they are also delicious (when made in the right way) and the perfect comfort food for a stressed-out student. You can always have a back-up bag of dried beans or a can of already cooked beans lying around in the pantry. With a few spices or condiments, you can turn the blandest beans into something sumptuous.

When it comes to beans, I would recommend that you invest in a hand blender in order to turn beans, canned or soaked and boiled (if you have the time) into bean dips, whether it be hummus, or just a pea pesto. You can of course also do the same trick with a fork if you want to have a bit of an arm-workout. Hummus, is incredibly easy to make. Take some ready-cooked chickpeas (approximately two fists or a can), a teaspoon of tahini (or more, if you like your hummus with a lot of tahini), one clove of garlic, lemon, drizzle with olive oil and then blend. This goes incredibly well with both bread and vegetables you can cut into strips – whether it be carrots, cucumber, celery or peppers. My favourite bean dip is a white bean dip with herbs; any herbs will do although my favourite combination is dill and parsley. Whizz the beans, add some lemon, salt and pepper, and then combine with chopped herbs. That is truly delicious!

Cooked bean dishes are equally easy to make. My favourite is to chop some vegetables (imagine something sofrito-like, or what you would have as a soup-base), add tinned tomatoes and beans, let simmer for a while until beans are tender. To give it a middle-eastern touch, you can add cinnamon, nutmeg, cloves or allspice into it. When done, serve with a slice of bread. Easy-peasy, yummy, and healthy! If you want to make it more European, you can sprinkle a herb of your choice on top when serving. Another favourite of mine that is perfect for brunch is to make cannellini beans with onions, spinach, chopped tomatoes and egg. Fry the onions in a pan, add the spinach, tomatoes and beans after the onions have turned golden yellow. Let it simmer for a while until the tomatoes have collapsed. Crack a few eggs on top, put on the lid, and wait until the eggs are ready to your liking – whether you like the egg yolk to be runny or to be a bit firmer.  

A good thing with beans is that if you eat it with rice, you get a full protein meal with all the amino acids your body needs. That is probably why almost all bean-eating cultures have developed bean dishes in tandem with rice – it is a match made in heaven. You can, for instance, try to make a chana masala which is chickpeas in Indian spices or a Mexican black bean stew and have it together with rice. You will not be left disappointed. For chana masala you will have to invest in some spices such as cumin, coriander and chilli. For the simplest version, first you will need to fry the spices until they are aromatic (but be careful not to burn them!), then you add chopped onions and garlic, and when they are cooked, add chopped tomatoes. Stir and let sit for a few minutes. Add cooked chickpeas and wait. When the chickpeas are tender and ready to be eaten, that is when the dish is done.  For something simpler, why not try out a Greek “Louvi me ta Lahana”, just cook black-eyed peas with chard/mangold, squeeze some lemon on top and drizzle olive oil. The Italian Baroque painter Annibale Carraci often drew everyday scenes and one of his paintings, Mangiafagioli, depicts a worker devouring a meal composed of bread and black-eyed peas with glistening eyes. It is a striking image of someone who truly enjoys beans and serves as a reminder that beans, this humble food, have sustained us for centuries, and hopefully will for centuries to come.

Glitzer, Glamour, Benefiz – Regenbogengala am Welt-AIDS-Tag

Autor: Marcel Kückelhaus

Mit Standing-Ovation und „Bohemian Rapsody“ (und ganz viel Glitzer) wurde die Regenbogen Benefizgala im Nationaltheater Mannheim am 01.12.2019 beschlossen. Am Welt-Aids-Tag strömten die Menschen ins Theater, um nicht nur die LGBTQ-Community, sondern all jene, die an den Folgen von AIDS leiden, mit ihren Spenden zu unterstützen.

            Dazu war ein schillerndes Programm vorbereitet, mit Gesang, Tanz und Schauspiel. Der Abend wurde mit einem Engel auf der Bühne und Pop- und Rock-Gesängen eingeläutet und von einer Tanzperformance mit dem Titel „Birth of a New Generation“ fortgeführt. Während ersteres noch leicht zugänglich war, brauchte man für zweiteres entweder ein besseres Kunstverständnis oder ein zweites Glas Wein, um zu verstehen, was mit den Menschen in ihren Ganzkörperpräservativen gemeint war. Was es auch immer war, schön sah es allemal aus! Und der Blick auf jene durchtrainierten Körper hat vielleicht den einen oder die andere dazu veranlasst darüber nachzudenken, die Adventszeit zu einer Fastenzeit werden zu lassen – doch wie das so ist, man hat in der Fastenzeit ja fast nie Zeit zu fasten, da man so viel Essen fassen kann.

            Weiter ging es mit Beiträgen des klassischen Gesangs und einem Ausschnitt aus der Theatersparte. Reichtum und Ruhm waren die Themen, mit Perlen im Dekolleté und einem Schriftsteller, dem das Rampenlicht nicht mehr folgt – die Botschaft hier schon deutlicher: Wer zu weit nach oben strebt und den Kontakt zum Boden verliert, macht sich lächerlich. Viel zu lachen gab es auch beim Ehrengast Georgette Dee, die mit ihren erzählerischen Gesangseinlagen nicht nur die Gefühle, sondern auch die Lachmuskeln der Gäste beanspruchte, als sie über ihre Begegnung mit „Rundschultermenschen“ sprach und ihre Zugabe in „dichter“ Sprache sang. Denn wie schon Goethe schrieb: „Wenn ihr den Wein getrunken habt, seid ihr alles doppelt, was ihr sein sollt“ – doppelt so lustig war sie allemal!

            Ebenfalls an die Gefühle ging die Vertonung des Gedichts „Down by the Sally Gardens“ (W.B. Yeats) gesungen von Christopher Diffey. Dieser bereicherte den Abend außerdem mit einer gefühlvollen Widmung an seinen Großvater, der an den Folgen von AIDS verstarb. Einen musikalischen Gegensatz bildete da der Jazz-Musiker Erik Leuthäuser, der mit fast schon extraterrestrischen Lauten die Zuschauer*innen verzauberte. Über allem waberte eine Wolke der Akzeptanz und der Liebe und vermutlich nicht von ungefähr tanzten die Künstler*innen zum Ende hin zu „L’amour est un oiseau rebelle“, denn wie es dort heißt: „wenn Du mich nicht liebst, dann liebe ich Dich“.

            Am Ende blieben viel Licht und Freude und das Gefühl der Unterstützung von allen für alle. Insbesondre galt die Unterstützung an diesem Abend jedoch dem Benefiz Rhein-Neckar e.V., der sich seit 15 Jahren für die AIDS-Prävention und die Unterstützung HIV-Infizierter Menschen einsetzt.

Für mehr Informationen der Arbeit des Benefiz Rhein-Neckar e.V. siehe: https://www.regenbogenfest.de/Mehr Informationen zum Thema AIDS und dem AIDS-Welt-Tag findest Du unter: https://www.welt-aids-tag.de/ ; https://www.aidshilfe.de/ und https://aids-stiftung.de/

Grippeimpfung ja oder nein?

Autorin: Frederike Hohenbild

Wenn es um das Thema Impfungen geht, treffen häufig zwei ziemlich kontroverse Fronten aufeinander. Tatsächlich ist es nicht so einfach hier den Überblick zu behalten: Wie lange hält welcher Impfschutz an und was muss nach wie vielen Jahren wiederaufgefrischt werden? Welche Impfungen brauche ich vor einer Reise? Wie sehen die möglichen Nebenwirkungen aus und welche Impfungen sind für mich überhaupt sinnvoll? Wenn man dann bei Google eine Antwort auf seine Fragen sucht, landet man schnell in verschiedenen Foren in denen Mitglieder sich leidenschaftlich die wildesten Pro- und Contra-Argumente um die Ohren hauen. Auf alle gängigen Argumente einzugehen würde hier sicherlich den Rahmen sprengen. Zum Glück gibt es in Deutschland aber die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts, die Impfempfehlungen im Sinne des Individuums und der Gesamtbevölkerung ausspricht. Dank dieser standardisierten Impfempfehlungen sind wahrscheinlich die meisten von uns gegen gefährliche Krankheiten wie Polio, Hepatitis B oder Tetanus geimpft. Wie sieht es aber zum Beispiel mit der Grippeimpfung aus? Ab September wird diese in den Hausarztpraxen wieder ordentlich beworben, doch für wen ist diese Impfung überhaupt sinnvoll?

Die „echte“ Grippe, ist eine durch das Influenzavirus hervorgerufene Infektionskrankheit. Erkrankte leiden häufig unter Fieber und eventuellem Schüttelfrost, allgemeinem Schwächegefühl, sowie Husten, Glieder- und Kopfschmerzen. Dies sind alles keine Symptome, die einen umbringen – warum also die Risiken einer Impfung auf sich nehmen?

Obwohl ein gesunder Organismus all die genannten Symptome problemlos innerhalb von 1-2 Wochen bekämpft und durch eine Grippe keine großen Komplikationen zu erwarten sind, so gibt es dennoch einen nicht zu unterschätzenden Bevölkerungsanteil, der eine Grippe weniger gut verkraftet. Dies betrifft vor allem ältere Menschen, Schwangere, chronisch Erkrankte und Immunsupprimierte, für die eine Influenzainfektion aufgrund ihres geschwächten Immunsystems ein  weitaus größeres Risiko darstellt. In der relativ schweren Grippesaison 2017/18 kam es in Deutschland immerhin zu 9 Millionen Grippe-bedingten Arztbesuchen, 2,3 Millionen Arbeitsunfähigkeiten, 45.000 Krankenhauseinweisungen und 25.100 Todesfällen (RKI: „Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2017/18“).

In Deutschland ist die Impfung nicht für jeden empfohlen, sondern nur für betroffene Bevölkerungsgruppen:

  • Alle Personen ab 60 Jahren und Bewohner von Pflegeheimen
  • Schwangere
  • Personen mit chronischen Grunderkrankungen

Zudem werden sowohl zum Eigenschutz als auch zur Minimierung von Infektionsquellen folgende Berufsgruppen eingeschlossen:

  • Medizinisches Personal
  • Berufe mit starkem Publikumsverkehr
  • Personen mit verstärktem Kontakt zu Risikogruppen

Auch für die übrige Bevölkerung kann eine Impfung unter Umständen sinnvoll sein, hier wird sie jedoch nicht unbedingt von der Versicherung übernommen. In einigen Betrieben bieten allerdings die Arbeitgeber eine Grippeimpfung für alle Angestellten an.

Der beste Zeitpunkt für die Impfung liegt im Herbst, diese kann jedoch auch im Laufe der Grippesaison noch nachgeholt werden. Der Impfschutz tritt nach 10-14 Tagen ein und hält für 6-12 Monate. Die Impfung sollte also jedes Jahr wiederholt werden, auch weil das Influenzavirus sehr wandlungsfähig ist und der Impfstoff deshalb jedes Jahr neu angepasst wird. Bei den standardmäßig verwendeten Impfstoffen handelt es sich um Totimpfstoffe, daher ist nur mit sehr geringen Nebenwirkungen, wie leichten Schmerzen und einer Rötung an der Einstichstelle zu rechnen. Wer sich also einer der oben genannten Gruppen zugehörig fühlt, kann seine Bedenken guten Gewissens vergessen, schnellstmöglich einen Termin bei seinem Arzt vereinbaren und sich noch vor Beginn der diesjährigen Grippewelle impfen lassen.

Sabotage, Blockade, Vandalismus – Streiten bis der Hammer fällt

Autor: Marcel Kückelhaus

„Was würdest du denn sagen, wenn deine Mama dir verbietet deinen Bruder zu schlagen, dir dann aber erlaubt all die Schokolade aus seinem Adventkalender zu essen?“ – Was an den Halloweenstreich des US-Amerikanischen Talk-Show-Hosts Jimmy Kimmel erinnert (Youtube: „I Told My Kids I Ate all Their Halloween Candy“) war der Beginn einer Schaudebatte des Heidelberger Debattierclubs ‚Rederei‘. Das Thema: „Ziviler Ungehorsam, ein legitimes Mittel gegen den Klimawandel?“. Dies wurde im Rahmen der sogenannten Public Climate School, die vom 25.11. – 28.11.19 stattfindet, im Kirchhoff-Institut für Physik diskutiert.

Für alle Debattierneulinge, so lief es ab: Auf jeder Seite sitzen drei Redner*innen, denen abwechselnd 6 Minuten zur Verfügung stehen, um ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen – und das, ob sie wollen oder nicht. Denn die Position, für welche sie argumentieren, wird willkürlich ausgelost. Fragen und Einwürfe der Opposition sowie des Publikums sind erlaubt – jedoch nur von Minute zwei bis Minute sechs (eingeläutet, oder vielmehr eingehämmert, wird dieser Zeitraum durch einen Schlag mit einem Richterhammer). In den geschützten Minuten davor und danach werden erhobene Hände nicht geduldet und direkt vom ersten Redner mit einem lapidaren: „Jetzt noch nicht!“ und einem „Gleich!“ abgeschmettert, ohne sich weiter aus der Ruhe bringen zu lassen. Der Atmung wird während des Vortrags ebenfalls keine Beachtung geschenkt. Auch sie hat nicht das Recht die Argumentation zu unterbrechen und mit jeder vergehenden Minute scheint das Sprachtempo sich zu erhöhen, um so viele Wörter wie möglich in die verbleibende Zeit zu einzufügen, und dann läutet auch schon die Glocke. Die Zeit ist überschritten und der Redner wird mit wüstem Gebimmel unterbrochen, seine letzten Worte werden übertönt. Wie bei den ‚Großen‘ im Bundestag wird auf die Sprechzeit penibel geachtet und als Zuschauer*in erwartet man schon beinahe, die „Order“- Rufe des ehemaligen Speakers John Bercow, doch es bleibt beim Läuten und Hämmern.

            Schlag auf Schlag folgen nun Argumente und Gegenargumente der zwei Parteien und alle kämpfen um ihren Standpunkt: Hambacher Forst, Spaltung der Fridays for Future-Bewegung, Raufereien zwischen Geschwistern sowie Weihnachten („Das Klimapaket ist das schlimmste Paket, das wir unter dem Weihnachtsbaum hätten finden können.“); all dies sind Schlagworte, die begeistern und überzeugen sollen. Dabei versäumen beide Seiten klar zu definieren, was sie denn unter „zivilem Ungehorsam“ verstehen. Am Ende profitiert davon die contra-Position, die es immer wieder schafft, das Gewaltpotential eines offensiven Klimaprotests hervorzuheben und zu verurteilen. Es ist dann allein der erste (von zwei) freien Rednern (ein Politikwissenschaftler), der sich um eine genaue Definition bemüht und es schafft, fundierte Argumente für die Pro-Seite anzuführen.

            Von Kindergartenrhetorik über religiöse (fast schon abgedroschene) Metaphorik und Harry-Potter-Vergleiche gelingt es einigen Sprecher*innen am Ende doch, spannende und nuancierte Argumente vorzubringen, welche die Debatte um den Klimaschutz und die Maßnahmen der Klimabewegungen durchaus bereichern. Im Ganzen war es eine beeindruckende Leistung der Mitglieder des Debattierclubs ‚Redrei‘, die nicht nur einen interessanten Einblick in die Klimadebatte erlaubten, sondern auch einen Eindruck der Debattenkultur an der Universität Heidelberg vermittelten.

Interesse mitzudebattieren? Der Debattierclub trifft sich jeden Mittwoch um 20.15 Uhr über dem Marstall-Café. Jede*r ist willkommen zu diskutieren und ihre*seine Argumentationsfähigkeit zu testen und auszubauen. Mehr Infos unter: https://rederei-heidelberg.de/

»Gibst du mir einen Kuss?« – 22. Heidelberger Theatertage starten intensiv und emotionsreich

Autor: Marcel Kückelhaus

»Gibst du mir einen Kuss?« fragt der Protagonist im Laufe des Stückes immer wieder. Für den jungen Anton ist die Frage ein Ruf nach mütterlicher Zuneigung, für den erwachsenen Antonio steht sie für die Sehnsucht nach Akzeptanz und vielleicht auch romantischer Liebe. Ungeachtet seines Alters bittet der Protagonist jedoch auch nach der Anerkennung seiner Menschlichkeit, welche die Gesellschaft ihm verweigert.  

Marco Michel aus Berlin verkörperte bei seinem Beitrag am 07.11.2019 für die 22. Heidelberger Theatertage Ein Kuss – Antonio Ligabue den schweizerisch-italienischen Maler Antonio Ligabue. Als verhaltensauffällige Waise wird dieser nach Aufenthalten in Waisenhäusern und Psychiatrien letztendlich in das Heimatland seines Stiefvaters abgeschoben – Italien. Als verkanntes Talent wird er von der Gesellschaft ausgestoßen, verlacht und ausgenutzt, bis er sich selbst aus der quälenden Umgebung zurückzieht und ein Leben in Einsamkeit im Wald beginnt. Erst als ein anderer Maler seine Hütte aufsucht und ihm Zugang zu seinem Atelier gewährt, erkennen die anderen ihn für das, was er seit seiner Kindheit war: ein künstlerisches Genie. Doch erst durch seinen Tod akzeptiert die Gesellschaft Antonio Ligabue in ihrem Kreis und weiß selbst dann noch sein Andenken auszunutzen – der Verlust eines Künstlers wird zum finanziellen Gewinn jener, die nun scheinheilig voller Bedauern seine Bilder auf den Markt bringen und ihre Taschen füllen.

Marco Michels Auftritt als Antonio Ligabue ist intensiv, aufrührend und eindringlich. Die Bilder, die er live auf der Bühne zeichnet, sind nicht nur reine Kulisse – er malt Atmosphäre! Seine Kohlezeichnungen sind die eindrucksvolle Verkörperung der Charaktere, denen er allein seine Stimme leiht. Sie sprechen durch ihn und seine Bilder, sie engen ihn ein und grenzen ihn aus, und das Publikum wird ein Teil dieser Ausgrenzung. Wir, die Gesellschaft, sitzen auf der einen Seite und starren neugierig auf jenen, der anders ist wie auf ein wildes Tier im Wald. Dann hält uns der Protagonist einen Spiegel vor, blendet uns und zwingt uns den Blick abzuwenden, um dann eine andere Perspektive einzunehmen und den Ausgegrenzten wahrzunehmen.

Das Theaterstück von Mario Perrotta thematisiert die Problematik der Zugehörigkeit und der Ausgrenzung – der Kunst und des Wahnsinns. Die Erfüllung der Sehnsucht des Individuums abhängig von den anderen:

 »Gibst du mir einen Kuss?« – »Nächstes Mal, Anton, nächstes Mal…«

Dies war der erste Beitrag im Rennen um den 22. Heidelberger Theaterpreis. Wer Interesse an weiteren Beiträgen aus der ganzen Bundesrepublik hat findet Informationen unter: https://www.theaterverein-hd.de/2019-programm.

Tickets gibt es für Studierende im Vorverkauf jeden Montag und Donnerstag zwischen 11:00 und 13:00 Uhr im Germanistischen Seminar (Palais Boisserée) für 7€. Tickets an der Abendkasse kosten ab 8,70€.